Warum man sich die World Press Photo 2018 im Westlicht ansehen sollte

Wie auch in den letzten 16 Jahren ist die World Press Photo im Westlicht zu Gast. Darüber habe ich hier und hier berichtet. Diesmal besuchte ich eine Führung von Sanne Schim van der Loeff, Ausstellungsmanagerin und Kuratorin bei der World Press Photo Foundation. Sie lieferte viele interessante Einblicke in die Arbeit der Juroren.

Wer sich in den letzten Jahren die World Press Photo Ausstellungen angesehen hat könnte meinen: Fotos von Kriegen, Verwundeten und Toten habe man genug gesehen. Warum also sollte man sich im Jahr 2018 also erneut ins Westlicht begeben?

 Sanne Schim van der Loeff, World Photo Press Kuratorin bei ihrer Führung im Westlicht

Sanne Schim van der Loeff, World Photo Press Kuratorin bei ihrer Führung im Westlicht

 Sanne Schim van der Loeff, World Photo Press Kuratorin bei ihrer Führung im Westlicht

Sanne Schim van der Loeff, World Photo Press Kuratorin bei ihrer Führung im Westlicht

20180914_113807_world_press_photo_westlicht_3420.jpg

Warum man die World Press Photo heuer ansehen sollte

Grund 1: Context matters

Auch wenn es einige Disziplinen gibt beim World Press Photo Award gibt, die einzelne Fotografien würdigen, so bleibt doch ein wesentlicher Eckpfeiler immer relevant: Context matters! Ein Foto/eine Serie von Fotos alleine können nicht die ganze Geschichte erzählen. Eindrucksvoll demonstrierte das Sanne Schim van der Loeff bei Fotografien von Ivor Prickett. Auf einem der Bilder trägt ein Soldat einen nackten Jungen. Man könnte annehmen, dass dieser tot wäre. Die richtige Erklärung für dieses Foto ist aber, dass sich ein Soldat der Irakischen Spezialkräfte (ISF) um den Jungen kümmert, der zuvor mutmaßlich als lebendes Schutzschild von einem IS-Kämpfer missbraucht wurde. Ohne notwendiges Hintergrundwissen ist dieses Foto - sowie auch viele andere - nicht zu interpretieren. Und so geht es dem World Press Photo Contest darum, die richtigen/korrekten Geschichten zu erzählen. Das funktioniert aber oft nur durch das Lesen der Begleittexte.

 Ivor Prickett, 1. Preis Fotoserien bei der World Press Photo 2018 (Ausschnitt)

Ivor Prickett, 1. Preis Fotoserien bei der World Press Photo 2018 (Ausschnitt)

Grund 2: Konstruktiver Photojournalismus

Bekannt(er) sind wohl die grausamen/direkten Fotografien, die fast schon reisserisch um die Aufmerksamkeit der Betrachter buhlen. Dabei würdigt die Jury auch Arbeiten, die sich konstruktiven Themen widmen. Gut zu sehen ist das beispielsweise beim 2. Preis für Fotoserien von Anna Boyiazis. Ihre Serie zeigt Mädchen auf dem Sansibar-Archipel, die traditionell auf Grund von Vorschriften der konservativen islamischen Kultur nicht schwimmen lernen dürfen. Das Panne-Projekt sorgt für körperbedeckende Badeanzüge mit denen die Mädchen das Schwimmen lernen und Rettungsmaßnahmen durchführen können. Das Projekt zeigt, wie das Zusammenleben verändert werden kann ohne auf Konflikte zu fokussieren.

Oder die Fotoserie von Juan D. Arredondo, die ehemalige FARC Guerillas zeigt, die die Waffen niedergelegt haben und mit mit Opfern des Konfliktes gemeinsam Fußball spielen.

 2. Preis Fotoserien von Juan D. Arredondo bei der World Press Photo 2018

2. Preis Fotoserien von Juan D. Arredondo bei der World Press Photo 2018

Die besten Fotos der AniNite 2018

Gemeinsam war ich mit Janetts Meinung auf der AniNite 2018 - die größte japanische Anime- und Manga Konferenz in Österreich - unterwegs. Zahlreiche Fans bevölkerten die META-Stadt von Freitag bis Sonntag und erlebten tolles Cosplay, Workshops, Vorträge, Konzerte und plünderten Verkaufsstände für Sammelfiguren, Kartendecks und Fanzubehör. 

Einen Bericht zur AniNite 2018 gibts auf Janetts Meinung.

Fotos von der AniNite

Natürlich besuchte ich die Performances von Haruko und Takuya Taniguchi und die Cosplay Contests! Alle meine Fotos vom Event sind hier zu finden. 

Nun noch ein kleiner Teaser, was es alles zu sehen gab:

 AniNite 2018 Hauptbühne

AniNite 2018 Hauptbühne

 AniNite 2018 - alles, was das Fanherz begehrt

AniNite 2018 - alles, was das Fanherz begehrt

 AniNite 2018 - Performance von Takuya Taniguchi

AniNite 2018 - Performance von Takuya Taniguchi

 AniNite 2018 - Performance von Haruka

AniNite 2018 - Performance von Haruka

 AniNite 2018 - Cosplay contest

AniNite 2018 - Cosplay contest

 AniNite 2018 - Cosplay contest

AniNite 2018 - Cosplay contest

 AniNite 2018 Cosplayer

AniNite 2018 Cosplayer

 AniNite 2018 - Cosplay contest Jurymitglied

AniNite 2018 - Cosplay contest Jurymitglied

 AniNite 2018 - Free Hugs :)

AniNite 2018 - Free Hugs :)

 AniNite 2018 - Auch vom schlechten Wetter am Samstag und Sonntag liesen sich die Fans nicht entmutigen

AniNite 2018 - Auch vom schlechten Wetter am Samstag und Sonntag liesen sich die Fans nicht entmutigen

 AniNite 2018 - Cosplay von @yurios_cosplay

AniNite 2018 - Cosplay von @yurios_cosplay

 AniNite 2018

AniNite 2018

Noch mehr Fotos ...

... gibt es auf meiner Gallery Website der AniNite 2018

"Spaces" von Eva Schlegel in Krems

Space with man left out - no man's space (Niemandsraum, 2016)

Für den Linzer Höhenrausch 2016 hat Eva Schlegel bereits ein begehbares Labyrinth aus Stahl- und Spiegelelementen konstruiert. Dieses wurde jetzt im Längsschiff der Dominikanerkirche neu arrangiert. Das Konstrukt belegt den zentralen Raum und zwingt die Besucher sich Wege durch das Gerüst zu suchen. Es wird zwar nicht explizit darauf hingewiesen, aber selbst Spiegelflächen, welche direkt am Boden liegen, sind so konstruiert, dass sie begangen werden können. Somit wird der säkularisierte Raum neu erlebbar gemacht. Ziel war, dass sich der Raum möglichst vielfältig spiegelt - und die Besucher nur nach Bemühungen sichtbar werden. 

 Eva Schlegel, Cloudpsace, Dominikanerkirche Krems, 2018

Eva Schlegel, Cloudpsace, Dominikanerkirche Krems, 2018

 Eva Schlegel, Cloudpsace, Dominikanerkirche Krems, 2018

Eva Schlegel, Cloudpsace, Dominikanerkirche Krems, 2018

 Eva Schlegel, Cloudpsace, Dominikanerkirche Krems, 2018

Eva Schlegel, Cloudpsace, Dominikanerkirche Krems, 2018

Cloudspace, 2018

Neben dem Langhaus wurde auch der Chor von Eva Schlegel gestaltet. Sie stellte dem lichtdurchfluteten Gang einen organisch wirkenden Spiegelpavillon entgegen, der groß genug ist, um mehreren Personen Platz zu bieten. Auch hier ist es nicht einfach, sich selbst im Spiegel zu sehen. Für Fotografen eine recht angenehme Eigenschaft. 

 Eva Schlegel, Cloudpsace, Dominikanerkirche Krems, 2018

Eva Schlegel, Cloudpsace, Dominikanerkirche Krems, 2018

 Eva Schlegel, Cloudpsace, Dominikanerkirche Krems, 2018

Eva Schlegel, Cloudpsace, Dominikanerkirche Krems, 2018

 Eva Schlegel, Cloudpsace, Dominikanerkirche Krems, 2018

Eva Schlegel, Cloudpsace, Dominikanerkirche Krems, 2018

Fotografien und filmische Arbeiten in der Kunsthalle Krems

Zusätzlich zu den zwei Arbeiten in der Dominikanerkirche sind Fotografien und Videoarbeiten von Eva Schlegel in der Kunsthalle Krems zu sehen. Ihre durch starke Unschärfe gekennzeichneten Fotografien zeigen Innenräume, die oft Bezug zur Kunst haben. Die Räume sind wohl als solche wahrnehmbar, werden aber nur durch Türen, Öffnungen und Licht definiert. Somit werden dem Betrachter offene Wege zur eigenen Interpretation geöffnet. In der Zentralen Halle werden filmische Arbeiten gezeigt. Die großformatigen Bilder erzeugen eine eigenartige Stimmung, wirken sie doch aus naher Betrachtung sanft und weich, obwohl die dargestellten Wände und Türen harte Kanten haben müssten.

Ihre Arbeiten sind noch bis 4. November 2018 in der Kunsthalle Krems zu sehen. 

 Ausstellung von Eva Schlegel in Krems, 2018

Ausstellung von Eva Schlegel in Krems, 2018

 Ausstellung von Eva Schlegel in Krems, 2018

Ausstellung von Eva Schlegel in Krems, 2018

Grafenegg - ein märchenhaftes Schloss jenseits des Regenbogens

(Anmerkung: Werbung, da Einladung)

Juwel des romantischen Historismus - Schloss Grafenegg

Schloss Grafenegg sollte man besucht haben. Nicht nur, weil es das bedeutendste Bauwerk im romantischen Historismus ist, sondern weil der wunderbare Schlossgarten zum Spazieren einlädt und das Tonkünstler-Orchester regelmäßig im Wolkenturm oder in der Konzerthalle auftritt. Noch ein Tipp: Empfehlenswert ist auch, sich nicht nur die Umgebung zwischen Eingang, Schloss und Wolkenturm anzusehen. Einfach am Schloss rechts vorbeispazieren oder hinter den Wolkenturm wandern. Dort finden sich weitere spannende Objekte, die entdeckt werden wollen. 

 Schloss Grafenegg

Schloss Grafenegg

 Schloss Grafenegg - wie aus einem Märchen entsprungen

Schloss Grafenegg - wie aus einem Märchen entsprungen

 Seiteneingang von Schloss Grafenegg

Seiteneingang von Schloss Grafenegg

Die Räumlichkeiten im Inneren des Schlosses überzeugen  mit ihren vielen Durch- und Ausblicken in weitere Räume und in den Schlosspark.

 Veranda rund um das Schloss

Veranda rund um das Schloss

 Wunderbare Farbspiele im Schloss Grafenegg

Wunderbare Farbspiele im Schloss Grafenegg

 Bibliothek in Schloss Grafenegg

Bibliothek in Schloss Grafenegg

 OLYMPUS DIGITAL CAMERA
 Durchblick in den Innenhof, in dem auch Konzerte aufgeführt werden

Durchblick in den Innenhof, in dem auch Konzerte aufgeführt werden

 Wer im Schlosspark übernachten will, kann dies in den 16 neuen Cottages tun.

Wer im Schlosspark übernachten will, kann dies in den 16 neuen Cottages tun.

 Schloss Grafenegg

Schloss Grafenegg

 

Der Wolkenturm

Keine fünf Gehminuten von Schloss Grafenegg entfernt erhebt sich der Wolkenturm - das moderne Wahrzeichen von Grafenegg. Er verbindet außergewöhnliche Architektur mit hervorragendem Klang und wird regelmäßig vom Tonkünstler-Orchester für Aufführungen bespielt.

 OLYMPUS DIGITAL CAMERA
 OLYMPUS DIGITAL CAMERA
 Letzte Vorbereitungen vor der Aufführung "Somewhere over the rainbow" mit dem BBC Concert Orchestra

Letzte Vorbereitungen vor der Aufführung "Somewhere over the rainbow" mit dem BBC Concert Orchestra

 OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Zusammen mit den IgersAustria besuchte ich das Schloss, den Park und durfte dem Konzert "Somewhere over the Rainbow" vom BBC Concert Orchestra lauschen.

 Ein wunderbarer Sommertag mit feinsten Musicalklängen der 60er geht (leider) zu Ende.

Ein wunderbarer Sommertag mit feinsten Musicalklängen der 60er geht (leider) zu Ende.


Weitere interessante Blogposts:

Schloss Hof und Schloss Niederweiden - Architekturfotografie

Schloss Hof und Schloss Niederweiden - beide nur ein paar Autominuten voneinander entfernt - bieten viele Möglichkeiten für Architekturfotografie. Am 19. Juli, dem europaweit gefeierten Palace Day, konnte ich einige der Gebäude und Säle fotografisch festhalten.

 Ansicht Hauptgebäude Schloss Hof

Ansicht Hauptgebäude Schloss Hof

 Sonderausstellung "Warum isst die Welt, wie sie isst?" auf Schloss Hof

Sonderausstellung "Warum isst die Welt, wie sie isst?" auf Schloss Hof

 Ansicht Orangerie West, Schloss Hof

Ansicht Orangerie West, Schloss Hof

 Sala Terrena, Übergang vom Hauptgebäude zum 8-stufig angelegten barocken Garten, Schloss Hof

Sala Terrena, Übergang vom Hauptgebäude zum 8-stufig angelegten barocken Garten, Schloss Hof

 Hauptgebäude Ostansicht, im Vordergrund der Kybele/Ceresbrunnen Schloss Hof

Hauptgebäude Ostansicht, im Vordergrund der Kybele/Ceresbrunnen Schloss Hof

 Stiege zur Brunnengrotte, Schloss Hof

Stiege zur Brunnengrotte, Schloss Hof

 Gewächshaus im Rosengarten, Schloss Hof

Gewächshaus im Rosengarten, Schloss Hof

 Ausblick von Schloss Hof

Ausblick von Schloss Hof

 Das oberste Stockwert in Schloss Hof ist nicht renoviert und birgt einen eigenartigen Charme.

Das oberste Stockwert in Schloss Hof ist nicht renoviert und birgt einen eigenartigen Charme.

 Das oberste Stockwert in Schloss Hof ist nicht renoviert und birgt einen eigenartigen Charme.

Das oberste Stockwert in Schloss Hof ist nicht renoviert und birgt einen eigenartigen Charme.

 Das oberste Stockwert in Schloss Hof ist nicht renoviert und birgt einen eigenartigen Charme.

Das oberste Stockwert in Schloss Hof ist nicht renoviert und birgt einen eigenartigen Charme.

 Ansicht Eingang/Westen Schloss Niederweiden

Ansicht Eingang/Westen Schloss Niederweiden

 Westseite Schloss Niederweiden

Westseite Schloss Niederweiden

InstaWalk im Musikverein Wien (Architekturfotografie)

Gemeinsam mit den Instagrammers Austria besuchte ich den Wiener Musikverein. Insbesondere konnte ich dort im Brahmssaal und im Goldenen Saal fotografisch festhalten. Für einen Architekturfotografen eine besondere Location! Vielen Dank an die IgersAustria und den Musikverein, dies möglich gemacht zu haben. 

 Eingangsbereich des Wiener Musikvereins

Eingangsbereich des Wiener Musikvereins

 Brahms Saal im Wiener Musikverein

Brahms Saal im Wiener Musikverein

 Brahms Saal im Wiener Musikverein

Brahms Saal im Wiener Musikverein

 Brahms Saal im Wiener Musikverein

Brahms Saal im Wiener Musikverein

 Der Goldene Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

Der Goldene Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

 Der Goldene Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

Der Goldene Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

 Deckendetail im Goldene Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

Deckendetail im Goldene Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

 Detail im Goldenen Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

Detail im Goldenen Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

 Der Goldene Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

Der Goldene Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

 Der Goldene Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

Der Goldene Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

 Orgeldetail im Goldenen Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

Orgeldetail im Goldenen Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

 Seiteneingang im Goldenen Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

Seiteneingang im Goldenen Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

 Orgeldetail im Goldenen Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

Orgeldetail im Goldenen Saal (Großer Musikvereinssaal) im Wiener Musikverein

Mit der Diana F von Lomography und den Igers Vienna unterwegs

Vor einiger Zeit konnte ich gemeinsam mit Lomography und den Instagrammers Vienna die Diana F+ ausprobieren. Vielen Dank für die Möglichkeit! Inzwischen gibt es auch die neue Diana Instant Square Camera auf Kickstarter, die die Diana mit Instant-Fotos verbindet.

Der Walk

An sich gibt es an der Diana F+ ja nicht allzu viel einzustellen: für die Blende gibt es bewölkt, halbschattig und sonnig und für die Entfernung 1-2 Meter, 2-4 Meter und unendlich. Man kann sich also relativ befreit an das Fotografieren machen. Bei 16 Bildern pro Filmrolle überlegt man es sich dann trotzdem immer wieder, ob sich ein Foto wirklich lohnt ;)

Ganz hatte ich das Weiterkurbeln des Films aber nicht heraus, da immer wieder Balken von der nächsten oder vorigen Auslösung auftauchen. Und nachdem die Diana mit einem analogen Mittelformatfilm ausgestattet werden muss, sind nach dem Fotografieren auch ein paar Tage Wartezeit angesagt, bis man die Fotos in den Händen hält. Außer, man entwickelt den Film selbst zu Hause - ein Thema, das mich auch noch sehr interessiert.

Am Interessantesten war für mich die Erfahrung, dass ich abends nach dem Walk nicht (wie sonst üblich) erst die Fotos von den Speicherkarten kopierte, in Lightroom importiere, selektiere und zu bearbeiten begann. Man ist direkt fertig mit dem Fotografieren und kann sich zurücklehnen. Bei den Sofortbild und Insta-Kameras geht das noch schneller!

Die Scans

Die Scans kamen relativ kontrastarm an und so drehte ich in Lightroom an einigen Reglern, um den gewünschten Bildlook zu erhalten. 

Exploring Vivian Maier: eine Ausstellung im Westlicht

Eigentlich suchte John Maloof Aufnahmen des frühen Chicago für sein Buchprojekt "Portage Park". Bei einer Zwangsversteigeerung 2007 erstand er dabei zufällig einige Kiste mit Fotografien und unentwickelten Filmen der bisher unbekannten Vivian Maier. Schon bald realisierte er die Bedeutung des ersteigerten Materials. 

Als Tochter eines Vaters aus der k. u. k. Monarchie und einer französischen Mutter wurde Vivian Maier 1926 in New York geboren. Sie arbeitete als Nanny um sich den Tag frei einteilen und  fotografieren zu können. Zeitlebens zeigte sie ihre Fotografien jedoch niemandem. Nicht einmal sich selbst: tausende unentwickelte Filmrollen fanden sich in den eingelagerten Kisten. War es anfangs noch eine Kodak Brownie Boxkamera, verwendete sie später verschiedene Rolleiflex Mittelformatkameras, die ein quadratisches Format vorgaben. 

 Eine Rolleiflex, wie Vivian sie verwendet hat.

Eine Rolleiflex, wie Vivian sie verwendet hat.

Street Photography in New York und Chicago

Heute wird sie gern mit Henri Cartier-Bresson oder Robert Frank in einem Atemzug genannt. Ihr Werk, das am ehesten als Street Photography bezeichnet werden kann, zeigt oft die Straßen von New York, alltägliche Szenen und spielende Kinder. Ihr außergewöhnliches Auge für Komposition und den richtigen Augenblick lässt sich auch in den Selbstportraits erkennen, die sich durch interessante Spiegelungen und Überlagerungen auszeichnen. 

09_20180702_193746_vivian_maier_westlicht_84738.jpg
 Selbstportrait von Vivian Maier

Selbstportrait von Vivian Maier

Nur wenige Menschen kennen ihr Werk

Insgesamt ist das Werk von Vivian Maier schwierig zu beurteilen, da es auf Grund des amerikanischen Urheberrechts Streitigkeiten um ihren Nachlass gibt. Dies führt dazu, dass die Sammler, die ihre Werke ersteigerten, zwar Eigentümer sind, diese aber nicht vervielfältigen (also Abzüge machen) oder ausstellen dürfen. Nur verkaufen ist möglich. Daher sind die bisher bekannten Fotografien von Vivian Maier ein winziger Auszug aus ihrem Œu­v­re. Nur die John Maloof und wenige andere wissen, welche Schätze hier möglicherweise noch zu Tage treten. 

Wer mehr über die Geschichte der Vivian Maier wissen möchte, dem sei die preisegekrönte Dokumentation "Finding Vivian Maier" empfohlen. 

 "Vivian Maier - Street Photographer" Ausstellung im Westlicht

"Vivian Maier - Street Photographer" Ausstellung im Westlicht

 "Vivian Maier - Street Photographer" Ausstellung im Westlicht

"Vivian Maier - Street Photographer" Ausstellung im Westlicht

 "Vivian Maier - Street Photographer" Ausstellung im Westlicht

"Vivian Maier - Street Photographer" Ausstellung im Westlicht

Die Ausstellung im Westlicht

Ich besuchte die Ausstellung im Rahmen eines InstaWalks der Instagrammers Austria inklusive Führung von Evan Mühlbacher. Der Großteil der ausgestellten Fotos sind schwarz-weiß, es finden sich aber auch ein paar Farbfotos, die in späteren Jahren entstanden sind. Die Ausstellung im Westlicht wurde von Anne Morin, diChroma Photography, Madrid, und Rebekka Reuter, WestLicht, kuratiert und ist noch bis 19. August 2018 zu sehen. 

 Eva Mühlbacher erklärt eines der Selbstportraits von Vivian Maier

Eva Mühlbacher erklärt eines der Selbstportraits von Vivian Maier

08_20180702_192740_vivian_maier_westlicht_84721.jpg