Noch lange nicht zum alten Eisen gehörend: Alte Meister von Wien

Wenn eine Therme tropft, dann muss ein Installateur her. So subsummiert Maria Smodics-Neumann, Spartenobfrau Gewerbe und Handwerk die ungebrochene Wichtigkeit des Handwerks in Wien.

Die Wirtschaftskammer Wien würdigt nun mit einer Kampagne mit dem Namen „Die alten Meister von Wien. Eine Stadt und ihr Handwerk.“ und einer Ausstellung im Ostlicht mit eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Portraits von Christian Skalnik den Meistern den vielen Gewerben mit langer Geschichte in Wien.

20181017_180737_alte_meister_170034.jpg
 Sujets der Kampagne, die bis 4. November 2018 im Großraum Wien zu sehen sind

Sujets der Kampagne, die bis 4. November 2018 im Großraum Wien zu sehen sind

Zusätzlich wurden einige für das jeweilige Gewerbe typische Werkzeug ausgestellt. Die meisten waren ohne Beschriftung wohl nur für Fachleute zu identifizieren.

Zu sehen ist die Ausstellung noch bis 18.10. im Ostlicht.

"Die 90er Jahre" - der dritte Aufzug in Wien Museum MUSA

Nach den ersten beiden Aufzügen (“Ein Wiener Diwan” und “Subversive Imaginationen”) zeigt das Wien Museum MUSA nun den dritten und letzten Aufzug: “Mobile Kunst im mobilen Markt”. Nach dem Fall des Eisernen Vorhanges und dem Ende des Kalten Krieges entwickelte sich Wien zu einem neuen Zentrum einer Kunstszene, die sich auch gen Osten öffnete. Äußerst vielfältige Arbeiten in den unterschiedlichsten Formen wie Skulptur, Malerei, Fotografie Performance- oder Digitalkunst von bekannten und weniger bekannten Künstler und Künstlerinnen sind im Museum unweit des Rathauses zu sehen. Zur Eröffnung am 10. Oktober wird außerdem die performative Installation “Kaltwäsche” von Claudia Märzendorfer zu sehen sein. Gemeinsam mit den IgersVienna konnte ich mir die Ausstellung noch vor der Eröffnung bei einer Führung mit Kurator Berthold Ecker ansehen.

Die Ausstellung ist vom 11. Oktober 2018 bis zum 20. Jänner 2019 zu sehen, der Eintritt ist frei. Kuratiert wurde die Ausstellung von Brigitte Borchhardt-Birbaumer und Berthold Ecker.

Und wenn man schonmal dort ist, kann man auch der Artothek einen Besuch abstatten - ein spannendes Konzept!

 Ausstellungsansicht “Die 90er Jahre” im Wien Museum MUSA

Ausstellungsansicht “Die 90er Jahre” im Wien Museum MUSA

20181009_171256_musa_die_90er_jahre_090020.jpg
 Kurator Berthold Ecker bei der Führung durch “Die 90er Jahre”

Kurator Berthold Ecker bei der Führung durch “Die 90er Jahre”

 Ausstellungsansicht “Die 90er Jahre” im Wien Museum MUSA

Ausstellungsansicht “Die 90er Jahre” im Wien Museum MUSA

 Ausstellungsansicht “Die 90er Jahre” im Wien Museum MUSA

Ausstellungsansicht “Die 90er Jahre” im Wien Museum MUSA

 Erinnerungsstücke der Galerie Trabant in der Schleifmühlgasse

Erinnerungsstücke der Galerie Trabant in der Schleifmühlgasse

 Ausstellungsansicht “Die 90er Jahre” im Wien Museum MUSA

Ausstellungsansicht “Die 90er Jahre” im Wien Museum MUSA

 Ausstellungsansicht “Die 90er Jahre” im Wien Museum MUSA

Ausstellungsansicht “Die 90er Jahre” im Wien Museum MUSA

 Leo Zogmayer, Kasten, “Die 90er Jahre” im Wien Museum MUSA

Leo Zogmayer, Kasten, “Die 90er Jahre” im Wien Museum MUSA

Michéle Pagel - “Homegrown Freaks”

Weiters ist mit “Homegrown Freaks” eine Ausstellung von Michéle Pagel zu sehen. Die eigenwilligen Skulpturen bewegen sich im Spannungsfeld von natürlichen Lebewesen, die durch den (oft gewaltsamen) Eingriff des Menschen zu starken Veränderungen gezwungen werden und trotzdem durch einen unbändigen Überlebenswille aber die Erhabenheit nicht verlieren.

 Dawn of the Head, 2016, Michéle Pagel

Dawn of the Head, 2016, Michéle Pagel

 “Homegrown Freaks”, Michéle Pagel

“Homegrown Freaks”, Michéle Pagel

 “Homegrown Freaks”, Michéle Pagel. Grundideen der Skulptur sind im Hintergrund zu sehen.

“Homegrown Freaks”, Michéle Pagel. Grundideen der Skulptur sind im Hintergrund zu sehen.

Das könnte ebenfalls interessant sein:

ArtClub Gloriette - Where PopArt meets imperial style

Die Gloriette als prachtvoller Bau mit einzigartigem Ausblick auf Wien wurde als Ort für ein Event der besonderen Art ausgewählt: des ersten ArtClub Gloriettes, organisiert von kleeee.art am 13. September 2018. Das normalerweise beherbergte Kaffeehaus musste für diesen Abend einer Ausstellung von PopArt Werken des Künstlers Steve Alan Kaufman weichen, eines ehemaligen Schülers von Andy Warhol. Das Gebäude wurde für diesen Zweck mit blauen Scheinwerfern und Mustern bestrahlt.

 Seitenansicht der Gloriette

Seitenansicht der Gloriette

 Seitenansicht der Gloriette

Seitenansicht der Gloriette

 Blau beleuchtete Gloriette

Blau beleuchtete Gloriette

Der kleeee.ArtTalk 2018

Michael Holeschofsky führte durch den Abend und stellte den Kunstsammler Alberto Panizzoli aus Triest vor, berichtete über das Charity Projekt “Give Kids a Break“ und stellte den Roman über Steve Alan Kaufman „L´Invitato“ von Starautor Massimiliano Alberti (erstmalig in Deutsch) vor.

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion wurde das Thema "Artificial Art - Reale Kunst oder Fiktion?" diskutiert.

 Michael Holeschofsky - Organisator vom ArtClub Gloriette

Michael Holeschofsky - Organisator vom ArtClub Gloriette

 Michael Holeschofsky - Organisator vom ArtClub Gloriette

Michael Holeschofsky - Organisator vom ArtClub Gloriette

 Starsaxophonist Max Merseny performte auf der Gloriette

Starsaxophonist Max Merseny performte auf der Gloriette

Brillen von Tatueye

Wer seine PopArt Kunstwerke gerne auch auf seiner Brille tragen möchte, der ist mit Tatueye gut bedient. Das neuartige Verfahren ermöglicht ein Einbrennen von Vorlagen auf Brillen mittels UV-Licht. Die Brillen sind dabei sehr widerstandsfähig und können auch in einer optischen Variante getragen werden.

Was Sie auch noch interessieren könnte:

Grafenegg - ein märchenhaftes Schloss jenseits des Regenbogens

(Anmerkung: Werbung, da Einladung)

Juwel des romantischen Historismus - Schloss Grafenegg

Schloss Grafenegg sollte man besucht haben. Nicht nur, weil es das bedeutendste Bauwerk im romantischen Historismus ist, sondern weil der wunderbare Schlossgarten zum Spazieren einlädt und das Tonkünstler-Orchester regelmäßig im Wolkenturm oder in der Konzerthalle auftritt. Noch ein Tipp: Empfehlenswert ist auch, sich nicht nur die Umgebung zwischen Eingang, Schloss und Wolkenturm anzusehen. Einfach am Schloss rechts vorbeispazieren oder hinter den Wolkenturm wandern. Dort finden sich weitere spannende Objekte, die entdeckt werden wollen. 

 Schloss Grafenegg

Schloss Grafenegg

 Schloss Grafenegg - wie aus einem Märchen entsprungen

Schloss Grafenegg - wie aus einem Märchen entsprungen

 Seiteneingang von Schloss Grafenegg

Seiteneingang von Schloss Grafenegg

Die Räumlichkeiten im Inneren des Schlosses überzeugen  mit ihren vielen Durch- und Ausblicken in weitere Räume und in den Schlosspark.

 Veranda rund um das Schloss

Veranda rund um das Schloss

 Wunderbare Farbspiele im Schloss Grafenegg

Wunderbare Farbspiele im Schloss Grafenegg

 Bibliothek in Schloss Grafenegg

Bibliothek in Schloss Grafenegg

 OLYMPUS DIGITAL CAMERA
 Durchblick in den Innenhof, in dem auch Konzerte aufgeführt werden

Durchblick in den Innenhof, in dem auch Konzerte aufgeführt werden

 Wer im Schlosspark übernachten will, kann dies in den 16 neuen Cottages tun.

Wer im Schlosspark übernachten will, kann dies in den 16 neuen Cottages tun.

 Schloss Grafenegg

Schloss Grafenegg

 

Der Wolkenturm

Keine fünf Gehminuten von Schloss Grafenegg entfernt erhebt sich der Wolkenturm - das moderne Wahrzeichen von Grafenegg. Er verbindet außergewöhnliche Architektur mit hervorragendem Klang und wird regelmäßig vom Tonkünstler-Orchester für Aufführungen bespielt.

 OLYMPUS DIGITAL CAMERA
 OLYMPUS DIGITAL CAMERA
 Letzte Vorbereitungen vor der Aufführung "Somewhere over the rainbow" mit dem BBC Concert Orchestra

Letzte Vorbereitungen vor der Aufführung "Somewhere over the rainbow" mit dem BBC Concert Orchestra

 OLYMPUS DIGITAL CAMERA

Zusammen mit den IgersAustria besuchte ich das Schloss, den Park und durfte dem Konzert "Somewhere over the Rainbow" vom BBC Concert Orchestra lauschen.

 Ein wunderbarer Sommertag mit feinsten Musicalklängen der 60er geht (leider) zu Ende.

Ein wunderbarer Sommertag mit feinsten Musicalklängen der 60er geht (leider) zu Ende.


Weitere interessante Blogposts:

Schloss Hof und Schloss Niederweiden - Architekturfotografie

Schloss Hof und Schloss Niederweiden - beide nur ein paar Autominuten voneinander entfernt - bieten viele Möglichkeiten für Architekturfotografie. Am 19. Juli, dem europaweit gefeierten Palace Day, konnte ich einige der Gebäude und Säle fotografisch festhalten.

 Ansicht Hauptgebäude Schloss Hof

Ansicht Hauptgebäude Schloss Hof

 Sonderausstellung "Warum isst die Welt, wie sie isst?" auf Schloss Hof

Sonderausstellung "Warum isst die Welt, wie sie isst?" auf Schloss Hof

 Ansicht Orangerie West, Schloss Hof

Ansicht Orangerie West, Schloss Hof

 Sala Terrena, Übergang vom Hauptgebäude zum 8-stufig angelegten barocken Garten, Schloss Hof

Sala Terrena, Übergang vom Hauptgebäude zum 8-stufig angelegten barocken Garten, Schloss Hof

 Hauptgebäude Ostansicht, im Vordergrund der Kybele/Ceresbrunnen Schloss Hof

Hauptgebäude Ostansicht, im Vordergrund der Kybele/Ceresbrunnen Schloss Hof

 Stiege zur Brunnengrotte, Schloss Hof

Stiege zur Brunnengrotte, Schloss Hof

 Gewächshaus im Rosengarten, Schloss Hof

Gewächshaus im Rosengarten, Schloss Hof

 Ausblick von Schloss Hof

Ausblick von Schloss Hof

 Das oberste Stockwert in Schloss Hof ist nicht renoviert und birgt einen eigenartigen Charme.

Das oberste Stockwert in Schloss Hof ist nicht renoviert und birgt einen eigenartigen Charme.

 Das oberste Stockwert in Schloss Hof ist nicht renoviert und birgt einen eigenartigen Charme.

Das oberste Stockwert in Schloss Hof ist nicht renoviert und birgt einen eigenartigen Charme.

 Das oberste Stockwert in Schloss Hof ist nicht renoviert und birgt einen eigenartigen Charme.

Das oberste Stockwert in Schloss Hof ist nicht renoviert und birgt einen eigenartigen Charme.

 Ansicht Eingang/Westen Schloss Niederweiden

Ansicht Eingang/Westen Schloss Niederweiden

 Westseite Schloss Niederweiden

Westseite Schloss Niederweiden

Alfred Seiland - österreichischer Pionier der New Color Photography in der Albertina

Denkt man an die frühzeitige Verwendung von Farbfilm im Kontext künstlerischer Fotografier, fallen einem Namen wie Stephen Shore oder William Eggleston ein. Aber auch der österreichische Fotograf Alfred Seeland hat sich früh ausschließlich dieser Filme bedient. Geboren 1952, arbeitet er seit Mitte der 1970er Jahre als Fotograf und setzt seit 1979 konsequent auf Farbfotografie. Zu diesem Zeitpunkt war das insofern ungewöhnlich, als Farbe auf Grund ihrer Verwendung in Werbung und Modefotografie im künstlerischen Kontext abgelehnt wurde. 

Die Ausstellung in der Albertina

Als zentrales Thema beschäftigt sich Seiland  mit unterschiedlichen Kulturen. Zu sehen sind drei seiner Werkgruppen: “East Coast-West Coast” zeigt die Eindrücke seiner Reisen nach Amerika von 1975 bis 1986. Parallel dazu entsteht die Werkgruppe “Österreich” in der ländliche Gegenden und Dorfsituationen ungeschönt gezeigt werden. Der dritte Zyklus “Imperium Romanum”, an dem er seit 2006 arbeitet, zeigt historische Stätte im Kontext modernen Lebens auf dem Gebiet des ehemaligen römischen Reiches. 

 Alfred Seiland Ausstellung in der Albertina Wien, 2018

Alfred Seiland Ausstellung in der Albertina Wien, 2018

 Alfred Seiland Ausstellung in der Albertina Wien, 2018

Alfred Seiland Ausstellung in der Albertina Wien, 2018

Die Werkgruppen sind aussergewöhnlich umfangreich und sind Ergebnis jahrelanger Recherchearbeit und aufwändiger, genau geplanter Reisen und Presseberechtigungen. Insbesondere “Imperium Romanum” benötigt neben den Fotografien erklärenden Begleittext, der in der Ausstellung der Albertina (wenn auch gekürzt) neben den Fotografien angebracht wurde. 

Grössere Bekanntheit erhielt Alfred Seiland durch eine Werbekampagne für die Frankfurter Allgemeine mit dem Titel “Dahinter steckt immer ein kluger Kopf”. Zu sehen sind berühmte Persönlichkeiten im Kontext, immer lesend hinter einer aufgeklappten FAZ versteckt. Die ausgestellten Fotografien laden dazu ein, die Zeitung im Bild zu suchen. Manche der Aufnahmen sind in einem sehr aussergewöhnlichen Setting aufgenommen - beispielsweise das Foto von Helmut Kohl oder Reinhold Messner.

Was die Fotografien von Alfred Seiland besonders macht

Alfred Seiland zeigt in seinen Fotografien Ort, wie sie sind. Er greift nicht ein und lichtet die Gegebenheiten so ab, wie er sie vorgefunden hat. Trotzdem ist er weit von Street Photography entfernt, die reaktiv und schnell auf nur kurzlebige Situationen reagiert. Seine Fotografien sind aussergewöhnlich präzise komponiert. Die Aufnahmen zeichnen sich durch eine Vielzahl von Ebenen und Durchblicken aus.

 Imperial, Kalifornien, USA, 1979, Alfred Seiland

Imperial, Kalifornien, USA, 1979, Alfred Seiland

 Sulztal, Österreich, 1992, Alfred Seiland

Sulztal, Österreich, 1992, Alfred Seiland

 Nadja Auermann (Model), Berlin, Deutschland, 1997, Alfred Seiland

Nadja Auermann (Model), Berlin, Deutschland, 1997, Alfred Seiland

 Arg-e Bam, Bam, Iran, 2017, Alfred Seiland

Arg-e Bam, Bam, Iran, 2017, Alfred Seiland

Der Einsatz einer analogen Großformatkamera ermöglicht ihm perspektivisch gerade ausgerichtete Linien. Ebenfalls durch das große Format ist eine maximal durchgehende Schärfe im gesamten Bild zu sehen. Kein Bildelement soll durch das gerade so moderne Bokeh entwertet oder hervorgehoben werden. Und noch eine weitere Eigenschaft seiner Bilder macht sie besonders: er sucht immer nach passenden Wetter- und Tageslichtsituationen. Besonders schön kann man das an der “East Coast-West Coast” Serie erkennen, bei der wundervolle Farbkompositionen in pastellen Tönen auch den Himmel inkludieren. Das bewusste und genaue Fotografieren steigert meine Hochachtung vor den ausgestellten Bildern nur noch mehr - ganz im Gegensatz zu dem einfachen Anwenden Lightroom-Presets im "Analog-Look". 

Fazit: Hingehen und hinschauen, so gehört's gemacht!