Exploring Vivian Maier: eine Ausstellung im Westlicht

Eigentlich suchte John Maloof Aufnahmen des frühen Chicago für sein Buchprojekt "Portage Park". Bei einer Zwangsversteigeerung 2007 erstand er dabei zufällig einige Kiste mit Fotografien und unentwickelten Filmen der bisher unbekannten Vivian Maier. Schon bald realisierte er die Bedeutung des ersteigerten Materials. 

Als Tochter eines Vaters aus der k. u. k. Monarchie und einer französischen Mutter wurde Vivian Maier 1926 in New York geboren. Sie arbeitete als Nanny um sich den Tag frei einteilen und  fotografieren zu können. Zeitlebens zeigte sie ihre Fotografien jedoch niemandem. Nicht einmal sich selbst: tausende unentwickelte Filmrollen fanden sich in den eingelagerten Kisten. War es anfangs noch eine Kodak Brownie Boxkamera, verwendete sie später verschiedene Rolleiflex Mittelformatkameras, die ein quadratisches Format vorgaben. 

 Eine Rolleiflex, wie Vivian sie verwendet hat.

Eine Rolleiflex, wie Vivian sie verwendet hat.

Street Photography in New York und Chicago

Heute wird sie gern mit Henri Cartier-Bresson oder Robert Frank in einem Atemzug genannt. Ihr Werk, das am ehesten als Street Photography bezeichnet werden kann, zeigt oft die Straßen von New York, alltägliche Szenen und spielende Kinder. Ihr außergewöhnliches Auge für Komposition und den richtigen Augenblick lässt sich auch in den Selbstportraits erkennen, die sich durch interessante Spiegelungen und Überlagerungen auszeichnen. 

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 Selbstportrait von Vivian Maier

Selbstportrait von Vivian Maier

Nur wenige Menschen kennen ihr Werk

Insgesamt ist das Werk von Vivian Maier schwierig zu beurteilen, da es auf Grund des amerikanischen Urheberrechts Streitigkeiten um ihren Nachlass gibt. Dies führt dazu, dass die Sammler, die ihre Werke ersteigerten, zwar Eigentümer sind, diese aber nicht vervielfältigen (also Abzüge machen) oder ausstellen dürfen. Nur verkaufen ist möglich. Daher sind die bisher bekannten Fotografien von Vivian Maier ein winziger Auszug aus ihrem Œu­v­re. Nur die John Maloof und wenige andere wissen, welche Schätze hier möglicherweise noch zu Tage treten. 

Wer mehr über die Geschichte der Vivian Maier wissen möchte, dem sei die preisegekrönte Dokumentation "Finding Vivian Maier" empfohlen. 

 "Vivian Maier - Street Photographer" Ausstellung im Westlicht

"Vivian Maier - Street Photographer" Ausstellung im Westlicht

 "Vivian Maier - Street Photographer" Ausstellung im Westlicht

"Vivian Maier - Street Photographer" Ausstellung im Westlicht

 "Vivian Maier - Street Photographer" Ausstellung im Westlicht

"Vivian Maier - Street Photographer" Ausstellung im Westlicht

Die Ausstellung im Westlicht

Ich besuchte die Ausstellung im Rahmen eines InstaWalks der Instagrammers Austria inklusive Führung von Evan Mühlbacher. Der Großteil der ausgestellten Fotos sind schwarz-weiß, es finden sich aber auch ein paar Farbfotos, die in späteren Jahren entstanden sind. Die Ausstellung im Westlicht wurde von Anne Morin, diChroma Photography, Madrid, und Rebekka Reuter, WestLicht, kuratiert und ist noch bis 19. August 2018 zu sehen. 

 Eva Mühlbacher erklärt eines der Selbstportraits von Vivian Maier

Eva Mühlbacher erklärt eines der Selbstportraits von Vivian Maier

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