Ratgeber

Ein Imagetag im Unternehmen: Ablauf, Shotlist und was Ihr Team vorbereiten sollte

Die häufigste Sorge vor einem Imagetag ist nicht das Ergebnis. Es ist: „Da steht dann den ganzen Tag jemand mit einer Kamera im Büro, und keiner kommt zum Arbeiten.” Das Gegenteil ist der Fall – wenn der Tag geplant ist.

Ein Imagetag ist kein Fototermin, zu dem Ihr Team antritt. Er ist ein normaler Arbeitstag, an dem jemand da ist, der ihn festhält. Der Unterschied zwischen einem Tag, der Bilder für zwei Jahre liefert, und einem, an dem alle verlegen in die Kamera lächeln, liegt in der Vorbereitung – und die dauert weniger, als Sie denken. Hier ist der Ablauf, wie ich ihn seit 2013 mit Unternehmen in Wien und Niederösterreich fahre, und die Liste, was Sie tatsächlich vorbereiten müssen.

Zwei Wochen vorher: das Briefing

Ein Gespräch, 30 Minuten, telefonisch oder bei Ihnen. Drei Fragen:

  1. Wofür werden die Bilder gebraucht? Karriereseite, LinkedIn, Stellenanzeigen, Geschäftsbericht, Presse – jede Verwendung braucht andere Formate und Motive. Ein Bild für eine Stellenanzeige ist hochformatig und zeigt einen Arbeitsplatz; ein Bild für den Geschäftsbericht ist querformatig und zeigt den Standort. Wenn ich das vorher weiß, entsteht beides.
  2. Wer muss drauf? Geschäftsführung, Abteilungsleitungen, das neue Team, die Lehrlinge? Daraus wird eine Liste mit Namen und Zeitfenstern – nicht, weil ich einen Zeitplan brauche, sondern weil die Personen einen brauchen.
  3. Was darf nicht drauf? Kundennamen auf Bildschirmen, Whiteboards mit Projektnamen, Sicherheitsbereiche, Kolleg:innen, die nicht fotografiert werden wollen. Das klären wir vorher, nicht während ich vor dem Whiteboard stehe.

Aus dem Gespräch entsteht eine Shotlist: eine Seite, die den Tag strukturiert. Sie bekommen sie vorher und können streichen oder ergänzen.

Die Shotlist: was an einem Imagetag entsteht

Die Reihenfolge ist nicht zufällig. Der Vormittag gehört den Menschen, weil dann alle da und noch frisch sind; die Räume kommen mittags und am Nachmittag, wenn die Besprechungsräume leer sind.

Vormittag – Menschen bei der Arbeit. Ich gehe durch die Abteilungen und fotografiere, was passiert: das Gespräch am Schreibtisch, die Besprechung, die Werkstatt, das Labor. Ohne Anweisungen, ohne „schaut mal her”. Das sind die Bilder, die Bewerber:innen auf der Karriereseite sehen wollen – weil sie echt aussehen. Und sie sehen echt aus, weil sie es sind.

Später Vormittag – Porträts. Ein Platz mit gutem Licht – ein Fenster, ein ruhiger Gang, notfalls ein mobiles Studio-Setup, das ich mitbringe – und dann im Takt: fünf bis zehn Minuten pro Person, einheitlicher Hintergrund, einheitliches Licht. So passen die Porträts der Geschäftsführung zu denen des neuen Kollegen, der in einem halben Jahr dazukommt. Wer zu spät kommt, kommt später dran; niemand wartet in einer Schlange.

Mittag – Teams. Abteilungen, Projektteams, die ganze Firma vor dem Gebäude. Das ist der eine Moment, für den alle gleichzeitig da sein müssen – deshalb liegt er dort, wo ohnehin alle in die Küche gehen.

Nachmittag – Standort und Räume. Empfang, Produktion, Besprechungsräume, Terrasse, die Aussicht. Mit Stativ, ohne Menschen oder mit gezielt platzierten, je nachdem, was das Bild braucht. Das sind die Bilder für die Standortseite, die Pressemappe und das eine große Foto im Eingangsbereich.

Durchgehend – Hochformat. Etwa ein Drittel aller Bilder entsteht bewusst hochformatig. LinkedIn, Instagram und Stellenanzeigen brauchen das, und ein beschnittenes Querformat ist selten ein gutes Hochformat.

Was Ihr Team vorbereiten muss – und was nicht

Muss:

  • Die Liste, wer wann verfügbar ist. Das ist die einzige Vorbereitung, die wirklich Aufwand macht. Ein Kalendereintrag pro Person für das Porträt-Zeitfenster reicht.
  • Eine Ansprechperson vor Ort. Jemand, der weiß, wo welches Team sitzt, und der eine Tür aufsperren kann. Muss nicht den ganzen Tag dabei sein – nur erreichbar.
  • Bildschirme und Whiteboards. Was nicht nach außen darf, vorher abdecken oder abschalten. Ich retuschiere Kundennamen nicht nachträglich weg – das sieht man, und das dauert länger als ein Tuch über dem Whiteboard.
  • Eine kurze Info an alle. Zwei Sätze per Mail: An dem Tag ist ein Fotograf da, wer nicht fotografiert werden möchte, sagt es der Ansprechperson. Das nimmt die Nervosität und klärt den Datenschutz.

Muss nicht:

  • Aufräumen. Ein Schreibtisch mit Arbeit drauf ist ein besseres Bild als ein leerer. Was nicht ins Bild soll, rücke ich aus dem Bild. Kaffeetassen dürfen bleiben.
  • Kleidung abstimmen. Für Porträts gilt nur: Kleidung, in der man sich wohlfühlt, ohne große Logos oder feine Muster. Für alles andere: tragen, was man an dem Tag ohnehin tragen würde. Ein Team in abgestimmten weißen Hemden sieht aus wie ein Stockfoto – und genau das wollen wir nicht.
  • Posieren üben. Meine Aufgabe, nicht Ihre.
  • Den Betrieb umstellen. Ich arbeite mit vorhandenem Licht und einer mobilen Blitzanlage, die in einer Minute steht. Besprechungen finden statt, Telefone läuten, die Produktion läuft. Das ist der Punkt.

Nach dem Tag

Alle gelungenen Bilder, einheitlich bearbeitet, die Porträts mit erweiterter Retusche, innerhalb von 3 Werktagen in einer passwortgeschützten Online-Galerie. Web-optimiert und in den Formaten, die Ihr Team braucht – die Porträts zusätzlich als LinkedIn-Ausschnitt. Volle kommerzielle Nutzungsrechte, zeitlich und örtlich unbeschränkt; was das im Detail heißt, steht im Ratgeber zu Urheberrecht und Nutzungsrechten.

Und in einem halben Jahr, wenn drei neue Kolleg:innen da sind: ein Vormittag, dieselbe Bildsprache, dieselben Einstellungen. Die neuen Porträts passen zu den alten, ohne dass jemand die Karriereseite neu bauen muss. Wie sich ein einziger Tag auf sieben Kanäle verteilt, zeigt der Ratgeber zur Multi-Plattform-Bildstrategie.

Zum Schluss

Die Vorbereitung eines Imagetags ist eine Liste mit Namen und ein Tuch über dem Whiteboard. Alles andere ist mein Job. Wenn Sie nach dem Tag das Gefühl haben, es wäre kaum jemand da gewesen – dann war es ein guter Imagetag.

Sie planen Imagefotos für Karriereseite oder LinkedIn? Schreiben Sie mir oder rufen Sie an – dann machen wir aus dem Gespräch eine Shotlist.

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