Fast niemand steht gern vor der Kamera, und das ist völlig normal. Die gute Nachricht: Für ein gutes Porträt müssen Sie nicht posieren können. Sie müssen nur ein paar Dinge vorher erledigen, und den Rest übernehme ich.
Ob Porträt für Website und LinkedIn, Pressefoto für die Geschäftsführung oder Bewerbungsfoto: Die meisten Probleme auf dem fertigen Bild entstehen in den Tagen davor: das gemusterte Hemd, das zerknitterte Sakko nach einem langen Arbeitstag. Hier ist die Vorbereitung in der Reihenfolge, in der sie anfällt.
Zwei Wochen vorher: Zweck und Look klären
Wofür ist das Bild? Das ist die wichtigste Frage, weil sie Format und Wirkung bestimmt. LinkedIn schneidet Ihr Porträt rund aus, also muss das Gesicht mittig sitzen und Luft rundherum haben. Ein Website-Header braucht ein Querformat mit Platz für Text daneben. Die Presse will ein Hochformat in hoher Auflösung. Ein Bewerbungsfoto wirkt anders als das Porträt für eine Kanzlei-Website. Wenn ich das vorher weiß, entsteht alles in einer Session.
Wie soll es aussehen? Schicken Sie mir drei bis fünf Porträts, die Ihnen gefallen – von mir, von anderen, aus Magazinen. Das klärt in einer Minute, was in Worten eine halbe Stunde dauert: heller oder dunkler Hintergrund, im Studio oder in Ihrem Arbeitsumfeld, ernst oder zugewandt, Kopf-und-Schulter oder Halbfigur.
Passt es zum Rest? Bei Porträts für ein Unternehmen gilt: Die neuen Bilder sollen zu denen der Kolleg:innen passen – gleicher Hintergrund, gleiches Licht, gleicher Ausschnitt. Wenn es schon Porträts gibt, schicken Sie mir zwei davon mit. Dann sieht die Teamseite nicht aus wie aus drei Jahrzehnten.
Eine Woche vorher: die Kleidung
Kleidung auswählen und anprobieren. Die Grundregel: Sie sollen sich darin wohlfühlen, und sie soll gut sitzen. Was das konkret heißt:
- Einfarbig. Feine Streifen, kleine Karos und Hahnentritt flimmern auf dem Foto (der Moiré-Effekt) – auf dem Bildschirm des Betrachters noch mehr als auf meinem. Große Logos und Aufschriften lenken vom Gesicht ab.
- Gedeckte, satte Farben. Dunkelblau, Grau, Anthrazit, Bordeaux, Petrol, Dunkelgrün. Reines Schwarz schluckt Details und wirkt schnell hart; reines Weiß überstrahlt leicht. Als Faustregel: etwas dunkler als Ihr Hautton.
- Hell unter dunkel. Die sicherste Kombination für Business: helles Hemd oder helle Bluse unter einem dunkleren Sakko oder Blazer. Das rahmt das Gesicht und funktioniert vor hellem wie dunklem Hintergrund.
- Zum Hintergrund passend. Klären wir vorab, welcher Hintergrund geplant ist. Ein graues Sakko vor grauem Hintergrund verschwindet.
- Kragen und Ärmel. Hemdkragen sauber und gebügelt, Blusen mit Ärmeln. Bei Halbfigur sieht man die Arme, und ärmellos wirkt im Business-Kontext schnell zu privat.
- Schmuck dezent. Eine Uhr, schlichte Ohrringe, ein Ring. Alles, was glänzt oder baumelt, zieht den Blick weg vom Gesicht.
Zwei bis drei Outfits mitbringen. Zum Beispiel einmal mit Sakko, einmal ohne, einmal in einer anderen Farbe. Oft zeigt sich erst vor der Kamera, was am besten wirkt – und mehrere Looks heißen mehrere Einsatzmöglichkeiten: förmlich für die Presse, offener für LinkedIn.
Am Vortag
- Outfits bügeln und auf Bügel hängen. Wenn Sie direkt aus dem Büro kommen: die Kleidung für das Foto mitbringen und erst vor Ort anziehen. Nach acht Stunden im Sitzen hat jedes Hemd Falten.
- Haare waschen. Frisch gewaschenes Haar ist oft zu weich und lässt sich schwerer bändigen; am Vortag gewaschen sitzt es besser.
- Früh schlafen. Müdigkeit kann ich kaum wegretuschieren.
- Schuhe putzen, falls Halbfigur oder Ganzkörper geplant ist.
Am Tag
- Rasur ein paar Stunden vorher, dann hat sich die Haut beruhigt. Bärte frisch getrimmt.
- Make-up natürlich und matt. Wie an einem normalen Arbeitstag, eher etwas weniger Glanz. Wenn eine Visagistin dabei ist, kommen Sie ungeschminkt oder mit Ihrer Alltagsbasis.
- Hände und Nägel. Bei Halbfigur und verschränkten Armen sind sie im Bild.
- 15 Minuten Puffer einplanen. Wer abgehetzt ankommt, sieht auf den ersten zwanzig Bildern abgehetzt aus.
Brille: auflassen
Wenn Sie im Alltag Brille tragen und die Menschen Sie so kennen, gehört sie aufs Foto. Die häufigste Sorge sind Spiegelungen in den Gläsern – die löse ich über die Position des Lichts: seitlich und etwas höher gesetzt, reflektiert es nicht mehr in Richtung Kamera. Manchmal hilft es zusätzlich, die Bügel minimal anzuheben, damit die Gläser leicht nach unten kippen. Das zeige ich Ihnen vor Ort.
Ihre Aufgabe ist nur: die Gläser gründlich putzen. Fingerabdrücke und Schlieren sieht man auf dem Foto, und die lassen sich nur mühsam entfernen.
Was Sie mitbringen
- Die zwei bis drei Outfits, auf Bügeln
- Bürste oder Kamm, je nach Frisur
- Puder gegen glänzende Haut
- Lippenpflege
- Ihre Brille, geputzt, und ein Brillenputztuch
- Die Beispielbilder, falls Sie sie noch nicht geschickt haben
Beim Shooting
Sie müssen nichts können. Ich sage Ihnen, wie Sie stehen, wohin Sie schauen und was Sie mit den Händen machen. Die ersten Minuten sind zum Warmwerden; die besten Bilder entstehen meistens in der zweiten Hälfte, wenn Sie vergessen haben, dass Sie fotografiert werden.
Sagen Sie, was Sie an sich nicht mögen. Eine Seite, die Ihnen lieber ist, ein Doppelkinn, das Sie stört, ein Lächeln, das Ihnen auf Fotos zu breit vorkommt – das hilft mir, Licht und Perspektive daran auszurichten.
Schauen Sie mit auf den Bildschirm. Nach den ersten Bildern sehen wir gemeinsam drauf und justieren nach. So gibt es am Ende keine Überraschung.
Nach dem Shooting
Sie bekommen alle gelungenen Bilder innerhalb von 10 Werktagen in einer passwortgeschützten Online-Galerie und suchen dort Ihre Favoriten aus. Die Porträts erhalten eine erweiterte Retusche: Hautunreinheiten, Rötungen, abstehende Haare, Fusseln. Gesichtsform und Falten bleiben, wie sie sind: Ein Porträt soll Sie zeigen, wie Sie an einem guten Tag aussehen – damit Sie beim ersten Treffen auch wiedererkannt werden.
Wie ein Porträttermin für ein ganzes Team abläuft, steht im Ratgeber zum Imagetag im Unternehmen.
Zum Schluss
Die Vorbereitung auf ein Porträt ist eine Kleiderwahl, ein ausgeschlafener Abend und eine geputzte Brille. Den Rest – Licht, Haltung, den Moment, in dem Sie entspannt sind – übernehme ich. Und wenn wir beide Spaß dabei haben, sieht man das auf dem Foto.
Sie brauchen neue Porträts für sich oder Ihr Team? Schreiben Sie mir – Business-Porträts mache ich in Ihrem Arbeitsumfeld oder im Studio, im selben Stil wie Ihre übrigen Unternehmensbilder.
Zur Leistung Image- & Brandingfotografie in Wien

