Eine (Musik-)Geschichte des 20. Jahrhunderts: 99 Songs

(Anmerkung: Werbung, da Rezensionsexemplar vom Verlag)

Geschichtsbücher über das 20. Jahrhundert gibt es viele. Man findet dort zu unterschiedlichen Ereignissen, wie den Weltkriegen, der Great Depression, dem Kommunismus, zu technologischen Entwicklungen, etwa dem Fernsehen, der Mondlandung, oder zu Themen wie Apartheid oder Feminismus unendlich viel Material.

Ebendiese Zeitspanne aber mittels Liedern nachzuzeichnen, ist neu. Wolfgang Kos, der bekannte Radiojournalist und ehemalige Direktor des Wien Museums, wagt diesen Versuch in seinem Buch “99 Songs”.

Meine vollständige Rezension findet sich wie immer auf Janetts Meinung

 Gelungenes graphisches Design

Gelungenes graphisches Design

 Ich persönlich mag diese kleinen Details 

Ich persönlich mag diese kleinen Details 

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Buchreview: "Der entscheidende Moment. 70 Jahre Syndikat Foto Film"

(Anmerkung: Werbung, da Rezensionsexemplar vom Verlag)

Direkt nach der World Press Photo 2017 im Westlicht wurde eine kleine, aber feine Ausstellung mit dem Titel "Der entscheidende Moment. 70 Jahre Syndikat Foto Film" realisiert. Zusätzlich zur Ausstellung ist auch ein dazugehöriges Buch erschienen, das die Geschichte des Vereines und die ausgestellten Bilder enthält.

Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das "Syndikat der Pressephotographen und Pressebildagenturen" im Dezember 1947 gegründet. Ziel war "der Zusammenschluß aller Firmen und Einzelpersonen, die berufsmäßig photographische Bilder für Pressezwecke herstellen oder vertreiben" (1). Neben den wesentlichen Protagonisten werden im ersten Teil des Buches viele zeitgeschichtliche Dokumente abgelichtet. 

Der größte Teil des Buches sind allerdings die ausgestellten Fotos. Viele der Bilder sind im kollektiven Gedächtnis aller Österreicher und Österreicherinnen verankert: Wie Alois Mock und Gyula Horn den "Eisernen Vorhang" durchschneiden oder wie Außenminister Leopold Figl den unterzeichneten Staatsvertrag am Balkon des Oberen Belvedere der Menge zeigt. Aber auch Genres wie Sport (Toni Sailer im Sprung), Kunst und Kultur (Gert Voss, Pablo Picasso oder Elfriede Jelinek), Politik (ein junger Finanzminister Androsch oder Jörg Haider) sind vertreten. Ein Verzeichnis der Mitglieder rundet das Buch ab.

Neben "klassischer" Pressefotografie, die durchaus gekonnt in Szene gesetzt ist, finden sich erstaunlich viele überlegte und bewusst komponierte Arbeiten im Buch. Das schokoladige Portrait von Josef Zotter oder auch jenes von Manfred Deix zeigen deutlich, dass man als Pressefotograf nicht nur bei Pressekonferenzen von vorgegebenem Winkel abdrücken darf und soll. Einige der Fotos weisen zudem klare stilistische Referenzen zur Street Photography auf und erinnern an Arbeiten von Elliott Erwitt. Zumindest in einem Fall fällt leider auf, dass der Beschnitt eines Fotos im Buch ein anderer ist als in der Ausstellung - schade.

Diese Ausstellung so knapp nach der World Press Photo 2017 zu bringen zeigt eines: die österreichischen Pressefotografen brauchen den Vergleich nicht zu scheuen und gehen über eine reine, vermeintlich objektive, Ablichtung öffentlichkeitsrelevanter Ereignisse weit hinaus. Viele der im Buch vertretenen Bilder sind mit viel Witz und Wissen komponiert und haben es verdient öfter betrachtet zu werden, als dies in Tageszeitungen möglich ist. 

 

Literaturnachweis

(1) "Der entscheidende Moment. 70 Jahre Syndikat Foto Film", 2017, Seite 6