Jadgschloss Eckartsau - (Fotoreportage | Architektur)

Schloss Eckartsau ist nur eine Autostunde von Wien entfernt. Hier lässt sich viel über österreichische Geschichte und die kaiserliche Lebensart lernen: über Thronfolger Franz Ferdinand und seine Jagdleidenschaft, ebenso über Kaiser Karl, der hier nach den Verzichtserklärungen Zuflucht suchte. 

 Der neu renovierte Eingangsbereich im Schloss Eckartsau

Der neu renovierte Eingangsbereich im Schloss Eckartsau

 Ergebnis (Teile davon zumindest) der Jagdleidenschaft von Franz Ferdinand

Ergebnis (Teile davon zumindest) der Jagdleidenschaft von Franz Ferdinand

 Der beeindruckende Festsaal in Schloss Eckartsau

Der beeindruckende Festsaal in Schloss Eckartsau

 Noch mehr Trophäen werden am Dachboden gelagert...

Noch mehr Trophäen werden am Dachboden gelagert...

 Noch mehr Trophäen :)

Noch mehr Trophäen :)

 Telefon des Kaisers, dahinter die Verzichtserklärung

Telefon des Kaisers, dahinter die Verzichtserklärung

 Knapp 100 Jahre alte Stromleitungen sind ebenfalls zu bewundern (diese sind aber nicht mehr In Betrieb)

Knapp 100 Jahre alte Stromleitungen sind ebenfalls zu bewundern (diese sind aber nicht mehr In Betrieb)

 Treppe in Schloss Eckartsau

Treppe in Schloss Eckartsau

 Kapelle in Schloss Eckartsau

Kapelle in Schloss Eckartsau

 Blick vom Eingangsbereich in den Innenhof von Schloss Eckartsau

Blick vom Eingangsbereich in den Innenhof von Schloss Eckartsau

Genug von kaiserlicher Geschichte? Ein Spaziergang in den Donauauen hilft

Direkt vom Schlosspark führen einige Wanderwege in die Donauauen. Selbst an Tagen mit tollem Wetter ist nicht allzu viel los und der gelbe Wanderweg bis zum Ufer der Donau ist sehr zu empfehlen.  

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 Umgefallen Bäume bieten für Fotografen herrliche Detailmotive 

Umgefallen Bäume bieten für Fotografen herrliche Detailmotive 

 

 

 

"Imperial, Majestic und Magical" - Axel Hütte in der Kunsthalle Krems

Bernd und Hilla Becher errangen mit ihren nüchternen Fotografien von Getreidesilos und Industriebauten internationale Bekanntheit. Viele ihrer Schüler sind ebenfalls bekannt: Thomas Struth, Andreas Gursky, und Thomas Ruff um nur einige zu nennen.

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Auch Axel Hütte ist hier zu nennen. Neben frühen dokumentarischen Arbeiten, beeinflusst durch seine Studium bei Bernd Becher, wendet er sich in den 1990er Jahren eher mystisch oder malerisch wirkenden Sujets zu. 

In der Kunsthalle Krems ist mit "Imperial - Majestic - Magical" nun eine groß angelegte Werkschau zu sehen. Neben nüchternen, frontal aufgenommenen Farbportraits finden sich seltsam anmutende "Traumbilder", die eine spiegelnde Wasseroberfläche mit Personen zeigt, die für die Hängung um 180 Grad gedreht wurden. Seine Serie über Gebirgslandschaften im Nebel inklusive "Furkablick, Schweiz" aus 1994 und seine nüchternen Fotografien von Berliner Ubahn-Haltestellen oder Garageneinfahrten dürfen nicht fehlen. Die großformatige Präsentation verfehlt ihre Wirkung nicht.

Am beeindruckendsten allerdings sind seine Arbeiten aus seiner Zeit in Venedig. Zur Präsentation wurden die Fotos auf Glas gedruckt und mit einer Edelstahlplatte hinterlegt. Dies erzeugt einen unglaublich kontrastreichen, schimmernden 3-D Effekt, der mittels normaler Druckverfahren nicht erzeugt werden könnte. Sehr spannend für mich ist hier besonders die angewandte Technik bei der Aufnahme. Die Edelstahlplatte ist nur dann gut zu sehen, wenn das Foto komplett ausgerissene Stellen (also "Löcher") beinhaltet. Hat Axel Hütte nun schon beim Belichten diese Art der Präsentation im Kopf gehabt? 

In jedem Fall ein "Must-See" für an Architekturfotografie interessierte Personen!

Brutal gut? Ausstellung "SOS Brutalismus - Rettet die Betonmonster!"

Eines  muss man den auffälligen, brachialen Bauten zugestehen: Sie lassen niemanden kalt. Entweder liebt man sie, oder man verabscheut sie - jeder scheint eine Meinung zu den Objekten zu haben. Brutalismus ist ein  Architekturstil der Moderne. Der Name kommt von “béton brut” (‚roher Beton‘), mit dem Le Corbusier seinen bevorzugten Werkstoff beschrieb. Wie Peter und Alison Smithson  aber meinen, sei der Brutalismus weniger ein Baustil, sondern eher eine Ethik.

Hinter brutalistischen Gebäuden steht eine starke politische Idee. Als Indien 1947 unabhängig wurde, bekam Le Corbusier den Auftrag, die Stadt Chandigarh zu planen. Er realisierte mit seinen jungen indischen Mitarbeitern expressive und selbstbewusste Bauten. Eine ähnliche Entwicklung ist in Afrika festzustellen: Die meisten Staaten Afrikas erlangten in den 1950er und 1960er Jahren ihre Unabhängigkeit. Diese wurde auch architekturell durch das Bauen von Universitäten, Markthallen oder Luxushotels im brutalistischen Stil öffentlich gezeigt. Der Bauboom in Südostasien und Südamerika brachte ebenfalls viele brutalistische Bauten hervor. Die ungelernten Arbeiter hinterließen dabei an der (Beton-)Fassade Spuren, was oft als politisches Zeichen verstanden wurde. 

SOS Brutalismus: Eine internationale Bestandsaufnahme: von Oliver Elser, Philip Kurz, Peter Cachola Schmal listet drei Kriterien für Brutalismus auf: 

  1. Verwendung von Sichtbeton
  2. der Betonung der Konstruktion
  3. skulpturaler Ausarbeitung und Gliederung der Gebäude

Hauptsächlich entstanden die Bauten in den 1950er, 1960er und 1970er Jahren. Früher hoch gelobt, wurden sie jedoch immer kritischer betrachtet und verunglimpft. Nach 40 Jahren stehen sie nun entweder in halb verfallenem Zustand oder wurden überhaupt schon abgerissen.

Die Online-Initiative #sosbrutalism

Vielerorts regte sich aber auch Widerstand gegen die Verwahrlosung und mögliche Schleifung der Objekte. In einer Online-Datenbank wurden nun bereits über 1.200 Gebäude katalogisiert und nach Gefährdung kategorisiert. Das Ergebnis dieser weltweit erstmaligen Zusammenschau mündete auch in eine Ausstellung in Frankfurt am Main. Wie Oliver Elsner bei der Pressekonferenz zur Ausstellungseröffnung erzählte, gab es dabei durchaus intensive Diskussionen mit Internetbenutzern. Eine vorgeschaltene redaktionelle Auswahl und kursorische Bewertung war notwendig. 

SOS Brutalismus. Rettet die Betonmonster! - Ausstellung

Teile der Ausstellung aus Frankfurt sind nun in Wien zu sehen. Neben ausgewählten Modellen und Infotafeln ist auch ein besonderer Schwerpunkt auf österreichische brutalistische Architektur gelegt worden. Das Architekturzentrum Wien (Az W) kann hier durch seine umfangreichen Archive beeindruckendes Originalmaterial zeigen. Neben der bekannten Wotrubakirche in Wien-Liesing werden neun weitere Highlights ausgestellt. 

Auf großen Schautafeln werden internationale Beispiele auf der ganzen Welt gezeigt. Spannend dabei ist, dass  hier keine einzelnen Gebäude präsentiert werden, sondern zu übergreifenden Themenkomplexen Gebäude exemplarisch erläutert werden. Beispielsweise findet sich eine Tafel zu Sakralbauten oder eine mit dem Titel “Frau Brutalist”, auf der Arbeiten von Architektinnen gezeigt werden. Nur drei von 120 Bauten im Ausstellungskatalog wurden von selbständig tätigen Architektinnen geplant.

Die Tafel “Kampagnen” widmet sich weltweit entstehenden Initiativen, die sich für die Erhaltung brutalistischer Architektur einsetzt. Oft unter Zuhilfenahme von Social Media Kanälen. 

Kleine Modelle aus Beton zeigen ausgewählte Teile von Gebäuden, welche mit Infotafeln erläutert werden. Mehrere Meter große Modelle aus Karton machen die oft komplexen und filigranen Strukturen von brutalistischen Bauten mittels Durchblicken erfahrbar.


Kurator*innen: Oliver Elsner / DAM, Österreich-Schwerpunkt: Sonja Pisarik/Az W

Die zweibändige Begleitpublikation “SOS Brutalismus: Eine internationale Bestandsaufnahme” von Oliver Elsner, Philip Kurz und Peter Cachola Schmal zeigt die umfangreiche Recherchearbeit des Deutschen Architekturmuseums DAM in Frankfurt am Main  und der Wüstenrot Stiftung. 

Ausstellungsführungen: Mi 06.06. & 11.07., 17:30, Sa 26.05., 21.07., 04.08. um 15:00
Kurator*innenführungen: Mi 16.05., 13.06., 01.08. um 17:30

Das Rahmenprogramm zur Ausstellung mit Exkursionen und Workshops (zum Beispiel "Flüssiger Stein") bringt das Thema auch Schülern näher.


Az W Insta-Photo Award zur Ausstellung

Angelehnt an die Ausstellung gibt es einen ergänzenden Foto-Wettbewerb. Eingereicht sollen neue Perspektiven und Blickwinkel auf Bauten aus Sichtbeton unter Verwendung des Hashtags #brutalism_azw werden. Der Bewerb läuft vom 23. April bis zum 27. Mai 2018. Eine Jury wählt die zehn besten Arbeiten aus und stellt diese im Az W ab 11. Juli aus. Zusätzlich werden sie zwei Tage lang auf alle INFOSCREENS österreichweit gezeigt. 
 

Ausstellung "Metamorphosis" von Arotin & Serghei bei Wienerroither und Kohlbacher

Die Ausstellung „Metamorphosis" in den barocken Sälen des Wienerroither & Kohlbacher – Palais Schönborn-Batthyány zeigt einige der Werke, die zum Großprojekt "Infinite Screen" von Arotin & Serghei gehören.

Durch die Hängung entsteht ein spannender und starker Kontrast zwischen den überladenen, verzierten Räumlichkeiten und den technisch-klaren, digitalen Kunstwerken. Im weißen Flügel des Palais wirken die starken Farben noch extremer. Einige der Kunstwerke sollten auch von unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet werden - sie verändern sich dann konstant.

Info

W&K Palais
Renngasse 4 | Wien
Öffnungszeiten: DI - FR 11-17, DO 11-20

Freier Eintritt!

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 SCRIABIN’S LATE PIANO PIECES am 2. Mai 2018, special guest: Mikhail Rudy, Piano

SCRIABIN’S LATE PIANO PIECES am 2. Mai 2018, special guest: Mikhail Rudy, Piano

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 Stiegenaufgang/Eingang

Stiegenaufgang/Eingang

 

 

Der Charme des legendären Hotel Ritz mitten in Wien

Das Hotel Ritz als eines der bekanntesten Hotels der Welt ist der Inbegriff von Luxus und höchster Qualität im Hotelwesen. Persönlichkeiten aus aller Welt, darunter beispielsweise Ernest Hemingway, Maria Callas oder Coco Chanel, waren hier zu Gast. César Ritz, ein in der Schweiz geborener Kuhhirte, der als 23-jähriger noch als Aushilfskellner für die Wiener Weltausstellung arbeitete, eröffnete das Hotel Ritz 1898 am Place Vendôme 15 in Paris. Es sollte das erste einer Reihe von ähnlich prestigeträchtigen Hotels werden.

Auch nach dem Tod von César Ritz blieb der Name Ritz mit feinster Hotellerie und Gastronomie verbunden. Aber auch am besten Hotel nagt der Zahn der Zeit. Und so wurde das Hotel von 2012  bis 2017 renoviert um die ständig steigenden Ansprüche der Gäste weiterhin ausserordentlich erfüllen zu können. 

Hotel Ritz: Own The Legend

Das Auktionshaus Artcurial wurde beauftragt, nahezu 10.000 Einrichtungsgegenstände aus dem Originalbestand des Hotel Ritz in einer Versteigerung anzubieten. Die Auktion findet vom 17. bis 21. April 2018 in Paris statt. Daran teilnehmen kann man nicht nur vor Ort, sondern auch via Webseite oder Telefon. 

Die Versteigerung bietet die seltene Möglichkeit, sich ein Stück Pariser Eleganz ins eigene Heim zu holen. Sammler sollten diese Möglichkeit nicht verstreichen lassen. Nicht umsonst hat sich für den exquisiten Stil das englische Wort "ritzy" entwickelt. 

Ein Abend im Ritz

Eine Auswahl der Einrichtungsgegenstände kann man sich vom 16. bis 23. März 2018 am Rudolfsplatz 3, 1010 Wien ansehen. Mit Unterstützung von Theresa Bienenstein/Bienenstein Concepts wurde der Saal und die Bar entsprechend gestaltet und man kann den Flair der vergangenen Jahrhunderte direkt spüren. Öffnungszeiten der Ausstellung: Mo-Fr 10:00 - 12:30 und 14:00 - 18:00. 

Am 22. März 2018 präsentiert Andreas Augustin mit den Schauspielern Lisa Sigismondi und Marius Zernatto seine Leseshow "Der grosse César - ein Abend im Ritz".

Stylianos Schicho im Strabag Kunstforum: Another point of YOU (Eventfotografie)

Vom 16.02.2018 bis 16.03.2018 ist im Strabag Kunstforum die Ausstellung "Another point of YOU" von Stylianos Schicho zu sehen.

Die großformatigen Werke zeigen Portraits mit überdimensionalen Augen und ziehen den Betrachter damit sofort in ihren Bann. Die teils farbigen, teils monochromen Bilder bestechen durch ihre Mehrdimensionalität. Geschicktes Platzieren von Linien und Ebenen verweisen die  Portraitierten in Schranken. Die Ausstellungsfläche ist insofern dazu passend, da sie durch die schrägen Säulen die Linien und Trennungen aus den Werken in der Realität fortsetzen.

 Stylianos Schicho vor seinen Werken

Stylianos Schicho vor seinen Werken

 Beeindruckendes Detail

Beeindruckendes Detail

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 Vanessa Bersis, Kunstforum Strabag

Vanessa Bersis, Kunstforum Strabag

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Wie man Potemkinsche Dörfer fotografiert - ein Fotoband von Gregor Sailer

Der Bucheinband von “The Potemkin Village” von Gregor Sailer zeigt ein modernes Gebäude mit Stahl und spiegelnder Verglasung. Reflektierter blauer Himmel und Wolken dominieren das Erscheinungsbild. Erst bei genauerem Hinsehen bemerkt man, dass hie und da Fetzen einer Plane herunterhängen und Einblick in die dahinter versteckte Hochhausruine freigeben. Der Fotograf nahm sich das Thema Fake als Ausgangspunkt und recherchierte: Wo sind heute reale Beispiele dafür zu finden? Lässt sich das Thema über die klassische Architektur noch erweitern? Sein aus diesen Recherchen enstandenes Buch stellte er in der Albertina vor und gab in einem Gespräch mit Judith Lehner (Architektin & Stadtforscherin) und Walter Moser (Leiter Fotosammlung der ALBERTINA) weitere Einblicke in seine Arbeitsweise und Ideen.

 Gregor Sailer im Gespräch mit einem Gespräch mit Judith Lehner (Architektin & Stadtforscherin) und Walter Moser (Leiter Fotosammlung der ALBERTINA)

Gregor Sailer im Gespräch mit einem Gespräch mit Judith Lehner (Architektin & Stadtforscherin) und Walter Moser (Leiter Fotosammlung der ALBERTINA)

Das Potemkinsche Dorf

Das Potemkinsche Dorf - ein bekannter Mythos, in dem der russische  Feldmarschall Reichsfürst Grigori Alexandrowitsch Potjomkin Zarin Katharina II. bei einem Besuch in dem von ihm eroberten Neurussland beeindrucken wollte, in dem er bemalte Kulissen von Häusern aufstellen ließ um den tatsächlich maroden Zustand der Gegend zu kaschieren.

Durch viel Recherche im Internet fand Gregor Sailer passende Orte für sein Projekt. Es bedurfte aber oft monatelanger Vorbereitungszeit und Kommunikation, um entsprechende Besuchserlaubnisse zu erhalten. Diese Phase hat kaum etwas mit Fotografie, sondern vielmehr mit journalistischer Tätigkeit zu tun. Gregor Sailer wurde aber trotzdem von seinen Kommunikationspartnern als Künstler betrachtet und erhielt damit mehr Freiheiten. Beachtenswert ist, dass viele der Orte (militärisches) Sperrgebiet sind. Die unzähligen  gescheiterten Versuche und Sackgassen eine Bewilligung zu bekommen, kommen im Buch aber  so nicht vor. 

Fakes und Kulissen in der ganzen Welt

Die gezeigten Plätze qualifizieren sich auf höchst unterschiedliche Weisen für das Projekt. In Russland zeigt er in Planen gehüllte Fabrikruinen und Häuser, die einen wesentlich besseren Zustand vortäuschen sollen. Manche wurden dabei über die Zeit vom Verfall schon heimgesucht, manche wirken noch relativ realistisch und nur bei genauem Hinsehen kann man kleine Fehler in der Täuschung ausmachen.

Die beiden Städte Carson City und AstaZero in Schweden bestehen nur aus Plakatwänden und erzeugen mit fast abstrakt wirkenden grafischen Häusern (Carson City) bis zu fotorealistischen Abbildungen von Geschäften (AstaZero) die Illusion eines kleinen Ortes. Gebaut wurden sie für Fahrtechniktrainings. 

 Schweden, Carson City, © Gregor Sailer, Courtesy Kehrer Galerie

Schweden, Carson City, © Gregor Sailer, Courtesy Kehrer Galerie

Eine ganz andere Nutzung war für die Orte “German Town”, “Holland Town”, Swedish Town” oder “Thames Town” in China angedacht. Hier wurden tatsächlich vollwertige Gebäude der jeweiligen europäischen Architektur nachgebaut - inklusive Sakralbauten, Windmühlen und künstlichen Flüssen. Dieser bewusst geschaffene Wohnraum hat sich aber nicht durchgesetzt. Es fehlt an Infrastruktur und sind zu weit von anderen Städten weg. Damit verkommen sie zu Geisterstädten und es werden dort im besten Fall noch Selfies während des Wochenendausflugs gemacht. Menschen inszenieren sich somit in der Inszenierung. Der Nachbau von Hallstatt ist übriges, auf Grund seines Bekanntheitsgrades, nicht im Buch vertreten. 

 China, Thames Town, © Gregor Sailer, Courtesy Kehrer Galerie

China, Thames Town, © Gregor Sailer, Courtesy Kehrer Galerie

 China, Thames Town, © Gregor Sailer, Courtesy Kehrer Galerie

China, Thames Town, © Gregor Sailer, Courtesy Kehrer Galerie

In den Vereinigten Staaten sind es militärische Übungsstädte, die meist in “arabischen Stil” erbaut wurden: mit Moscheen, Schildern mit arabischen Schriftzeichen etc. Diese dienen dem militärischen Trainings des Häuserkampfes. 

 USA, Junction City, © Gregor Sailer, Courtesy Kehrer Galerie

USA, Junction City, © Gregor Sailer, Courtesy Kehrer Galerie

 USA, Tiefort City, © Gregor Sailer, Courtesy Kehrer Galerie

USA, Tiefort City, © Gregor Sailer, Courtesy Kehrer Galerie

Das Fotobuch zum Projekt

Gregor Sailer bedient sich bei seiner Fotografie einer analogen Fachkamera. Seine Bilder zeichnen sich durch einen stark dokumentarischen, geradlinigen Stil aus. Aufnahmen aus der Zentralperspektive von einzelnen Gebäuden werden mit Übersichtsaufnahmen ganzer  Straßenzüge kombiniert. Auffällig ist, dass fast alle Fotografien bei bedecktem Himmel gemacht wurden. Dies gewährleistet einen stringenten Stil im Buch und wurde auch ganz bewusst so vom Künstler geplant. Im Gespräch betonte er, dass er dieses bedeckte Licht besonders mag und hauptsächlich in den Wintermonaten arbeitet. Nur so erreiche man klare, ruhige Architekturaufnahmen. Je mehr Schlagschatten, desto unruhiger das Foto. Die Fachkamera zwinge ihn außerdem zur bewussteren Fotografie und so entstanden auch oft nur wenige Aufnahmen vor Ort, da vor allem in militärischen Sperrgebieten ein strikter Zeitplan vorgegeben war. Das fast völlige Fehlen von Menschen in seinen Fotografien überspitzt das Surreale der Kompositionen nur noch weiter. Die entstandenen Fotos wurden in einem Fotoband vereint und im Kerschner Verlag herausgegeben. Inhaltlich wurden sie dabei nach Orten gruppiert. Zusätzlich vervollständigen drei Essays das Buch.

Fazit

Die Fotografien von “The Potemkin Village” zeigen auf seltsam bedrückende Art die grotesken Auswüchse unserer Gesellschaft. Die gebauten Fakes mit unterschiedlichsten Nutzungsszenarien werden auf einheitliche Art und Weise fotografiert und fügen sich so nahtlos in eine außergewöhnliche Fotoserie ein. Ein ausgiebiger Blick in das Buch ist jedenfalls notwendig, da sich viele Bilder nicht auf den ersten Blick erschließen. Wer sich die Zeit nimmt, wird dabei jedoch sicherlich belohnt.

Architekturfotografie Universitätsklinik St. Pölten Haus C

Bereits am 19. Jänner 2018 wurde unter Beisein von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner am Universitätsklinikum St. Pölten das Haus C eröffnet. Sie betonte, dass die Klinik die sechstgrößte sei und im Moment auch die modernste. Die gute Abstimmung mit allen, die am Projekt beteiligt waren, führte zu einer Fertigstellung im geplanten Zeit- und Kostenrahmen.

Nach dem Krankenhaus Nord konnte ich nun ein weiteres Objekt vor Eröffnung für Patienten und Besucher fotografisch dokumentieren. Der Kaufmännische Direktor Bernhard Kadlec wies beim Rundgang auf viele kleine Details und Neuerungen hin, die den Aufenthalt für Patienten und Personal verbessern sollten. Dabei wurde nicht nur von anderen modernen Krankenhausprojekten Ideen übernommen, sondern vielen Anregungen kamen vom eigenen Personal oder von betriebsfremden Branchen wie der Raumfahrt.

Besonderer Höhepunkt war am Ende der Besuch des neuen Heliports am Dach von Haus C. 

 Eingangsbereich von Haus C, Universitätsklinik St. Pölten

Eingangsbereich von Haus C, Universitätsklinik St. Pölten

 Eingangsbereich von Haus C, Universitätsklinik St. Pölten

Eingangsbereich von Haus C, Universitätsklinik St. Pölten

 Eingangsbereich von Haus C, Universitätsklinik St. Pölten

Eingangsbereich von Haus C, Universitätsklinik St. Pölten

 Konferenz- und Vortragsraum, Universitätsklinik St. Pölten

Konferenz- und Vortragsraum, Universitätsklinik St. Pölten

 Öffentlicher Bereich, Haus C, Universitätsklinik St. Pölten

Öffentlicher Bereich, Haus C, Universitätsklinik St. Pölten

 Wartebereich, Haus C, Universitätsklinik St. Pölten

Wartebereich, Haus C, Universitätsklinik St. Pölten

 Innenhof, Haus C, Universitätsklinik St. Pölten

Innenhof, Haus C, Universitätsklinik St. Pölten

 CT im Schockraum, Universitätsklinik St. Pölten

CT im Schockraum, Universitätsklinik St. Pölten

 CT im Schockraum, Universitätsklinik St. Pölten

CT im Schockraum, Universitätsklinik St. Pölten

 CT, Universitätsklinik St. Pölten

CT, Universitätsklinik St. Pölten

 Modernste Labortechnik in der Universitätsklinik St. Pölten

Modernste Labortechnik in der Universitätsklinik St. Pölten

 Anästhesiestation, Universitätsklinik St. Pölten

Anästhesiestation, Universitätsklinik St. Pölten

 Operationssaal, Universitätsklinik St. Pölten

Operationssaal, Universitätsklinik St. Pölten

 Eingänge zu Zweier- und Viererzimmern, Universitätsklinik St. Pölten

Eingänge zu Zweier- und Viererzimmern, Universitätsklinik St. Pölten

 Neuer Heliport, Universitätsklinik St. Pölten

Neuer Heliport, Universitätsklinik St. Pölten

 Dont jump... Universitätsklinik St. Pölten

Dont jump... Universitätsklinik St. Pölten