Workshop "Kreative Bildgestaltung mit Holga" bei Robert Pichler

Schön langsam werde ich zum Wiederholungstäter: Nachdem ich schon bei der Photo Convention Produktfotografie bei Robert Pichler gemacht habe, und seinem Fashion-Photography Workshop im Wiener Prater im Rahmen der Photo+Adventure besuchte, habe ich diesmal einen gänzlich anderen Workshop bei ihm besucht: Kreative Bildgestaltung mit der Holga.

 

Der Workshop

Das Konzept ist einfach: Möglichst ungeteilte Aufmerksamkeit auf die Komposition eines Fotos bekommt man, wenn man nicht durch Technik abgelenkt ist. Was liegt da näher, als die ultimative low-tech-Kamera zu verwenden? ;) Und neben der Tatsache, dass wir die Kamera behalten durften, war auch das Entwickeln und die weitere Verarbeitung des Filmes interessant - immerhin arbeitet die Holga mit 6x6cm Negativfilm - also Mittelformat!

 

Der Samstag begann mit einer theoretischen Einführung in Roberts Studio, dem Lightbox Project, in die Bildkomposition (Punkt, Linie, Strich, Blickrichtungen, negativer Raum, Formate, Kontraste). Danach ging es um Standpunktveränderungen und Perspektiven und es gab einige praktische Tips, wie man ein Bild durch Reduktion auf's Wesentliche besser machen kann.

 

Die zweite Hälfte des Samstags wurde dann im Prater das erworbene Wissen praktisch ausprobiert - bei Eiseskälte ... Glücklicherweise hatte das Knusperhäuschen offen :) Samstag abend entwickelte Robert dann alle Filme (immerhin 3 pro Teilnehmer) und scannte sie. 

 

Sonntags trafen wir uns dann, um die Ergebnisse (und auch andere mitgebrachte Fotos) unter kompositorischen Aspekten zu besprechen.

 

Die Holga

Bei der Holga (diese ist fast komplett aus Plastik - ja, auch die Linse) kann man folgende Einstellungen tätigen:

  • Sonne oder Wolke (=Blende 8 oder Blende 11). Nachdem es bei uns komplett bewölkt war, blieb der Schalter auf Wolke
  • Fokus (symbolisiert durch eine Person, zwei Personen, eine Gruppe und Berge)
  • "normale" Belichtung oder Bulb-Modus

 

Wenn man also Bulb und die Blende mal weglässt, bleibt nur das Fokus-Rad übrig. Und trotzdem: ich hab einige Male vergessen, das korrekt einzustellen ... Autofokus ist nicht! :)

 

Fazit

Kompositions-theoretisch war für mich nicht all zuviel Neues dabei. Die praktische Anwendung mit der Holga war jedoch sehr spannend (auch wenn das Weiterdrehen zum nächsten Bild bei -2° und starkem Wind nicht so lustig war) und vor allem die Diskussion mit den anderen Workshop-Teilnehmern war für mich sehr inspirierend und hat mich an einigen Stellen sicher weiter gebracht. Die Gruppe war sehr interessiert und durch konstantes Fragen und Diskutieren entstanden viele Anregungen und man lernte, wie unterschiedlich Sichtweisen sein können.

 

Wie auch schon meine anderen Workshops mit Robert Pichler kann ich diesen also auch sehr empfehlen.